Die Zeichnung, die Linie als Mittelpunkt des Lebens

Das geführte Zeichnen hat sich aus der tiefenpsychologischen Arbeit von Maria Hippius entwickelt und vermittelt seelische Stabilisierung und Klärung. Im Dialog mit der Begleiterin finden Reflexion und Bewusstwerdung statt. Die künstlerischen Mittel sind Graphit/Kohle/Kreide/Bleistift/Buntstifte/Tusche/
Kugelschreiber.

Meine Arbeitsweise hat sich aus dieser kreativen Methode weiter entwickelt, für mich ist die Zeichnung ein Seismograph der Seele. Dem Leben zugewandt arbeite ich kunsttherapeutisch mit Menschen präventiv orientiert
(Salutogenese), um Veränderungsprozesse zu unterstützen, gezielt in belasteten Situationen, in biographischen Krisen, in Rehabilitationszeiten. Die Settings werden, wenn es hilfreich ist, in der Reflexion verbalisiert. In dem Dialog mit dem Bild ist die Wahrnehmung und nicht die Interpretation entscheidend.

Im „geführten“ oder intuitiven Zeichnen offenbart sich die Kraft der Kreativität. Wir halten inne, die Achtsamkeit ist nach innen gerichtet. Konzepte und Vorstellungen fallen weg. Das innere Wissen hat die Freiheit, dem zu folgen, was unser Körper spürt und wahrnimmt. Die Zeichnungen entstehen aus den Handgelenken, aus dem Körper, aus dem Geist und geben den Linien eine
Form. Die Gebärde, eine Form zu zeichnen, ist ein Spiel von Bewegungen, Rhythmen, Beziehungen. In beständigen Wiederholungen bekommen die Arbeiten eine Eigenständigkeit von der wir intuitiv geführt werden. Die sichtbar gemachten Spuren hinterlassen Zeichen, die leiblich spürbar sind. Von innen her ergibt sich eine neue Anordnung. Wir erleben eine neue Gestaltung. Das Betrachten und das Benennen dieser Seelenspuren ergänzen den Weg zu ihrer Entwicklung. Die Sinne, die Sinnsuche und die Spiritualität bekommen ihren natürlich angemessenen Platz.

Anwendung zur Förderung von Patienten mit:
Leidensformen, die im Leben durch Entbehrungen und Verluste entstehen, Persönlichkeitsstörungen, Angststörungen, Depression, Burnout.
Aufarbeitung belastender Erlebnisse - Trauerarbeit, Blockierungen und innere Konflikte, Biographische Krisen und Sinnfindung.

Das Geführte Zeichnen vermag die bisher unbewussten inneren Ressourcen bewusst werden zu lassen,
Vertrauen zu gewinnen in die individuellen Kräfte, die eigene Selbstwirksamkeit zu fördern, die Intuition zu stärken.

Das Sandspiel als kreative therapeutische Methode

Ich habe eine praxisorientierte Fortbildung „Sandspiel als Gruppenansatz“ bei Dr. Elena Liotta gemacht, die mich berührt und gezeigt hat, wie unmittelbar das Gefühl mit dem Sand wirkt und was es bewirkt. Subtil, direkt, heilend.

Sandspiel ist mit seinem spielerischen haptischen Zugang eine tiefe, schöpferische Arbeit mit dem Ur-Element, mit der Erde.

Das Sandspiel basiert auf einer von Dora Maria Kalff entwickelten, therapeutischen Methode. Sie ist eine Methode der Psychotherapie und Selbsterfahrung. Der Sandspiel-Ansatz bietet die Möglichkeit der spontanen Selbstdarstellung im Sandkastenrahmen.

Das sinnliche Material öffnet in uns vor allem durch den Kontakt der Hände mit dem Sand, einen non-verbalen Zugang zu unseren Emotionen. Träume, Erinnerungen, Erfahrungen werden aktiviert und finden einen Gestaltungsplatz. Die innere Landkarte (oft nicht formulierbar) bekommt eine Gestalt und einen erfahrbaren Raum.

„Der Sand macht etwas mit uns“.
Sandspiel schafft nichts Bleibendes wie ein Bild oder etwas aus Ton, es ist gegenwärtig und vergänglich.

Anwendung zur Förderung von Patienten mit:
Selbstwert –Entwicklungsstörungen, Blockierungen und innere Konflikte, Angststörungen, Entscheidungsfindung, Aufarbeitung belastender Erlebnisse, Trauma.

Das Sandspiel vermag die eigenen Ressourcen zu stärken, neue Orientierung zu gestalten, Entscheidungen zu treffen, einen ganzheitlichen Wandlungsprozess in Bewegung zu setzen.
Das Ziel der Sandspieltherapie ist damit die Aktivierung von heilender Energie im Inneren der Psyche.